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Winterthurer Stefanini-Stiftung gibt unter Zwang verkauftes Hodler-Gemälde an Erben zurück

Tages-Anzeiger, 4. Mai 2026 von Helmut Dworschak

Martha Nathan floh vor den Nazis in die Schweiz – und musste dort ihre Kunstwerke verkaufen, um nicht abgeschoben zu werden. Ein Bild gelangte nach Winterthur, ein anderes in die Sammlung Bührle.

 

... Die Kommission geht davon aus, dass Martha Nathan das Geld aus dem Gemäldeverkauf brauchte, um ihre Aufenthaltsbewilligung zu verlängern. Ohne Bewilligung wäre sie ausgewiesen worden, und ausserhalb der Schweiz mussten Juden mit dem Schlimmsten rechnen. Der Verkauf der Bilder hat ihr wohl das Leben gerettet. Das Hodler-Gemälde ist das erste Werk aus der Sammlung SKKG, das die Stiftung zurückgibt. Der Fall ist auch wichtig, weil er zeigt, dass die Bedrohung für jüdische Flüchtlinge an der Schweizer Grenze nicht haltmachte. Wie Kommissionspräsident Andrea Raschèr auf Anfrage sagt, war die Aufklärung nur möglich dank intensiver Forschungsarbeit und weil der Kunsthändler Johannes Nathan, Enkel von Fritz Nathan, sein Archiv zur Verfügung stellte. Raschèr schildert die Verhandlungen mit den Nachkommen als «sehr bewegend». Sie seien tief gerührt gewesen, dass ihre Geschichte nun wahrgenommen werde. 



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